Abendklänge - Nachtgesänge
Komponistinnen des 19. Jahrhunderts
Ein theatralischer Liederabend (60')
Die gesellschaftlichen Normen boten Komponistinnen im 19. Jahrhundert wenig Raum für ihr schöpferisches Schaffen. Wenn überhaupt wurden das Komponieren und Musizieren lediglich im häuslichen Rahmen geduldet. Öffentliche Aufführungen oder gar eine Herausgabe ihrer Werke scheiterten dementsprechend in der Regel an den patriarchalen Machtstrukturen, nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im familiären Umfeld. So erlangten viele dieser Werke lediglich einen beschränkten Bekanntheitsgrad und gerieten später in völlige Vergessenheit – genauso wie ihre Schöpferinnen. Und selbst diejenigen unter ihnen, welche sich in der kollektiven Erinnerung festsetzen konnten wie Clara Schumann oder Fanny Hensel, blieben als Komponistinnen im Schatten ihrer berühmteren männlichen Familienmitglieder.
Der theatralische Liederabend
Dieses Dasein im Schatten nimmt der Liederabend zum Ausgangspunkt, nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinn: Manche komponierende Frau fand erst am Abend und im Schatten der Nacht den Raum für ihre schöpferische Tätigkeit. Und entsprechend dem romantischen Zeitgeist drehen sich viele dieser Kompositionen auch thematisch um ebendiese Stunden.
Mit Gesang, Klang und schauspielerischem Geschick führt das Duo durch eine Nacht voller Trübsal, Kummer und Tränen, in der aber immer wieder Schimmer von Trost und Hoffnung aufleuchten. Dabei wechseln sich die Lieder und Instrumentalstücke sinnvoll ab mit moderierten Reflexionen zu Zitaten aus der Zeit und vermitteln so dem Publikum einen wertvollen Einblick in das Leben und Wirken von komponierenden Frauen im 19. Jahrhundert.